Farbtemperatur und Weißabgleich - endlich verständlich erklärt

Das Licht

Es ist nicht unbedingt eine Offenbarung, dass das Thema Licht in der (Food) Fotografie wahnsinnig wichtig ist. Und damit ist nicht nur die Lichtrichtung gemeint, die wir verwenden, um unseren Hero perfekt in Szene zu setzen. Lange Zeit haben wir Begriffe, die tatsächlich aus der Physik stammen, wie Farbtemperatur bzw. Kelvin Werte quasi absichtlich ‘links liegen’ gelassen. Irgendwann kam aber der Punkt, an dem es nicht anders ging, als sich auch mit den etwas komplexeren Themen in der (Food) Fotografie eingehender zu beschäftigen. Und seit wir uns mit der Thematik Farbtemperatur und Weißabgleich besser auskennen, fühlen wir uns beim Fotografieren und vor allem auch beim Bildbearbeiten viel sicherer.

Damit es dir genauso geht, bringen wir dir in diesem Artikel unkompliziert und verständlich die komplexen Themen Farbtemperatur und Weißabgleich näher, so dass du sie berücksichtigen kannst, wenn du deine nächsten Food Fotos machst.

Wir wählen für unsere Food Fotos gerne eine kühlere Farbtemperatur, da dies insbesondere Food schön frisch und appetitlich wirken lässt.

Wir wählen für unsere Food Fotos gerne eine kühlere Farbtemperatur, da dies insbesondere Food schön frisch und appetitlich wirken lässt.


Die Farbtemperatur

Das Thema Licht ist wahnsinnig komplex. Wichtig für uns in der Food Fotografie ist es, sich klar zu machen, dass JEDE LICHTQUELLE eine eigene Farbtemperatur hat. Gemeint ist damit nicht, wie heiß die Lichtquelle ist, also in Grad gemessen, sondern der mit der Lichtquelle assoziierte Farbton, gemessen in Kelvin.

Jede Lichtquelle und die dazugehörige Farbtemperatur haben entscheidenden Einfluss darauf, welche Farbe dein Bild am Ende hat. Sind beim Fotografieren unterschiedliche Lichtquellen im Raum, so kann Mischlicht entstehen, welches relativ unangenehm sein kann und sich auch bei der anschließenden Bildbearbeitung unter Umständen nur schwer beheben lässt. Wir arbeiten daher bei unseren Food Fotos mit ausschließlich einer Lichtquelle und das ist unser Studio Fenster durch welches Tageslicht in unser Studio strömt.

Auch Tageslicht hat eine Farbtemperatur. Und je nachdem, zu welcher Tageszeit du fotografierst und ob der Tag sonnig oder wolkig ist, hat das Tageslicht eine andere Farbtemperatur. Auch die Jahreszeit macht einen Unterschied.

An unseren Shooting Tage fotografieren wir meist von früh bis spät, bzw. solange es das Licht zulässt. In dieser Zeit wechselt das Licht und seine Farbtemperatur nicht nur im Tagesverlauf, sondern kann sich tatsächlich von Sekunde zu Sekunde ändern, je nachdem ob sich gerade eine Wolke vor die Sonne schiebt oder umgekehrt, oder wie intensiv die Sonne scheint.

Ganz allgemein sagt man, dass der Kelvin Wert für Tageslicht bei 5500 liegt - so wie bei einer Tageslichlampe. Ist der Himmel bewölkt, steigt der Kelvin Wert auf um die 6500, was bedeutet, dass das Licht eine bläuliche Färbung bekommt.

Achtung: auf den ersten Blick können die Kelvin Werte etwas kontra intuitiv sein, denn tatsächlich bedeuten höhere Kelvin Werte eine bläulichere Färbung wohingegen niedrigere Kelvin Werte einen eher rötlichen Farbton bedeuten.


Durch den manuellen Weißabgleich in Lightroom entfernen wir ungewollte Farbstiche in unseren Food Fotos und geben dem Bild die gewollte Farbtemperatur.

Durch den manuellen Weißabgleich in Lightroom entfernen wir ungewollte Farbstiche in unseren Food Fotos und geben dem Bild die gewollte Farbtemperatur.

Das Ergebnis des autmatischen Weißabgleiches der Kamera hat einen deutlichen Gelbstich.

Das Ergebnis des autmatischen Weißabgleiches der Kamera hat einen deutlichen Gelbstich.

 Der Weißabgleich

Wenn wir nun verstanden haben, dass jede Lichtquelle im Bild einen ungewollten Rot- bzw. Blaustich hervorrufen kann, also eine ungewollte Färbung, dann ist es gut zu wissen, dass man mit dem Weißabgleich diese Färbung wieder beseitigen kann. Durch den Weißabgleich wird die Farbtemperatur des Bildes quasi berichtigt.

Was vielleicht auch noch dabei hilft, sich die Situation zu verdeutlichen ist die Tatsache, dass unsere Augen diese ungewollten Färbungen automatisch kompensieren - weiß ist für unsere Augen weiterhin weiß. Die Kamera kann das jedoch nicht von allein.

Nun gibt es unterschiedliche Methoden, um den Weißabgleich vorzunehmen. Wir wollen dir an dieser Stelle unseren Weg vorstellen, auch wenn es natürlich stimmt, dass es mehrere Wege gibt.

Grundsätzlich haben wir den Weißabgleich in unserer Kamera auf automatisch gestellt und ändern dies beim Fotografieren auch nur sehr selten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Automatik-Funktion an dieser Stelle sehr gute Ergebnisse liefert, da wir meist in unserem Studio fotografieren und so sehr klare Lichtverhältnisse herrschen. Dadurch, dass wir in RAW fotografieren, können wir darüber hinaus alle weiteren Anpassungen, die noch nötig sind, in der Postproduktion in Lightroom vornehmen.

In Lightroom benutzen wir den Temperatur Regler, um die Farbtemperatur unseres Bildes im Nachgang anzupassen. Du kannst den Temperatur Regler nach links (blauer Farbton) bzw. Rechts (roter Farbton) verschieben, bis du das von dir gewünschte Ergebnis erreicht hast. Alternativ bietet Lightroom direkt über dem Temperatur Regler auch ein Drop Down Menü mit Vorgaben wie Tageslicht, bewölkt etc... Auch die „kleine Pipette“ kann man benutzen, um einen Weißabgleich vorzunehmen. Aber dazu mehr anderer Stelle.

Fazit

Für tolle Food Fotos ist es wichtig, die Grundzüge von Farbtemperatur und Weißabgleich zu verstehen, um sicherzustellen, dass dein Food Foto auch die Farbgebung hat, die du dir vorstellst.

Du bist dir noch unsicher, wie du am besten die Farbtemperatur in deinen Bildern regelst, dann sprich uns an!