Bildkomposition und Blickführung - Step by Step

Die Idee eines neuen Apfel “Stilllebens” hat uns schon längere Zeit umgetrieben. Vor kurzem gab es dann für die Kinder Apfelpfannkuchen und wir haben die Gelegenheit genutzt, sie umzusetzen.

Auch wenn der Frühling seit einigen Wochen Einzug hält, haben wir uns dazu entschieden, das Bild rustikal herbstlich zu halten. Denn die Atmosphäre, die wir mit Äpfeln verbinden, ist tatsächlich frische Herbstluft, bunte Natur und Gemütlichkeit. In unserem Bild haben wir versucht, diese Stimmung durch viele Holzelemente einzufangen.

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1) Der Rahmen

Das zentrale Element für unser Foto ist eine alte Holzschublade, die wir gerne zweckentfremden und als zweiten Untergrund verwenden. Durch ihre rechteckige Form bildet sie einen Rahmen im Bild um unseren Hero und lenkt den Blick zu ihm – in diesem Fall ist der Hero die Ansammlung bunter Äpfel in der Mitte des Bildes.

2) Linien

Die Äpfel haben wir kunterbunt zusammengestellt. Einige sind bereits halbiert, manche sind noch unangetastet, und einer wird gerade geschält, um ihn für den Pfannkuchen vorzubereiten. Auf diese Weise hat das Auge viele Details zu erkunden und bleibt möglichst lange im Zentrum des Bildes hängen. Gleichzeitig führen wir den Blick des Betrachters entlang einer Diagonalen durch das Bild, denn die Äpfel sind von links unten nach rechts oben auf einer „Linie“ in der Schublade verteilt.

3) Regeln brechen

Was schafft in einem Bild mehr Spannung und Interesse als Kontraste und kleine Regelverstöße? Bevor wir begonnen haben die Äpfel vorzubereiten, wurden sie natürlich gewaschen. Das Handtuch, mit dem wir sie abgetrocknet haben, liegt noch luftig dabei und hängt locker über die Ränder der Schublade. Der Schubladenrahmen wird dadurch wie zufällig durchbrochen. Ohne dies wäre der Eindruck wesentlich steifer und wahrscheinlich sogar unnatürlich.

Und ganz aus Versehen hat sich auch eine Apfelhälfte aus der Apfel“kiste“ hinausgeschlichen und wartet in der oberen rechten Ecke des Bildes darauf, wieder eingefangen zu werden. Auch dieses Element gibt dem Bild seine Lebendigkeit und unterstützt dabei das Auge im Bild festzuhalten.

4) Das menschliche Element

Ein weiterer Bestandteil unserer Bildkomposition ist das menschliche Element. Ohne die Hände, die die Äpfel bereits schälen, wäre das Bild ein reines Stillleben. Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, dem Bild ein wenig zusätzliche Bewegung einzuflößen. Erst durch das Schälen der Äpfel wird aus dem Stillleben ein Bild, das eine Geschichte erzählt und den Betrachter tatsächlich in den Vorgang einbindet. Eigentlich fühlt es sich doch so an, als stände man daneben?


Äpfel