Visual Storytelling - Die Kunst Geschichten in Bildern zu erzählen

Als wir mit der Food Fotografie anfingen, haben wir uns lange Zeit nicht an herzhafte Sachen herangetraut. Unsere ersten Foto Modelle waren, so gut wie ausnahmslos, Smoothie Bowls, Chia Puddings und verschiedene Kuchen. Alles Gerichte mit dankbaren Farben, die eigentlich immer nett anzusehen sind.

Herzhafte Gerichte kamen erst später in unser Repertoire, denn mit der Zeit haben wir gelernt, dass es ein paar Tricks gibt, die einem helfen, auch herzhafte Gerichte schön auf Fotos festzuhalten. Dabei gibt es natürlich völlig unterschiedliche Herangehensweisen und Stile.

Wir haben heute eines unserer liebsten herzhaften Rezepte im Gepäck, und seine Entstehung für euch in Bildern festgehalten. Gewürzt ist das Ganze mit Tipps dazu, wie ihr am besten eine Geschichte in Bildern erzählt und welche Kniffe euch beim Foodstyling die Arbeit erleichtern können.

Lamm Süßkartoffeln Thymian Foodstyling

Schritt 1 – Die Zutaten zeigen

Der erste Schritt bei jedem Rezept sind die Zutaten. Wenn wir Rezepte für unseren Blog fotografieren, fotografieren wir immer erst die Zutaten selbst. Der Betrachter erhält einen Überblick davon, was alles zum Gericht dazu gehört. Es hat also tatsächlich eine ganz praktische Komponente, das Rezept erst einmal mit einer Zutatenübersicht zu beginnen.

Die Bildkomposition, also die Frage, wie arrangiere ich all meine Zutaten am besten auf dem Bild, ist für uns jedes Mal wieder eine Herausforderung. Insbesondere wenn es wirklich viele Komponenten sind, wirkt das Bild schnell überladen. Eine Herangehensweise, die bei uns immer gut funktioniert, ist es, darauf zu achten, nicht zu viel Unordnung entstehen zu lassen. In diesem Fall sind die Zutaten quasi als einzelne Komponenten horizontal entlang des Bildes verteilt. Das Bindeglied ist das Schneidebrett mit dem Messer und die Hände, die darauf warten, mit dem Schnippeln loszulegen.

Als Perspektive für die Aufnahme haben wir die Vogelperspektive gewählt, denn durch den Blick von oben erhält der Betrachter einen guten Überblick über all die einzelnen Komponenten, die eine Rolle spielen.

Die Zutaten für die Bolognese Sauce liegen bereit…mit dem Schnippeln kann gestartet werden.

Die Zutaten für die Bolognese Sauce liegen bereit…mit dem Schnippeln kann gestartet werden.

Schritt 2 - Das Making-Off

Hat man die Zutaten gezeigt, bietet es sich an, gleich auch einen schönen Making-Off Shot, also eine Aufnahme von der Zubereitung des Essens, zu machen. Für den Making-Off Shot unserer Bolognese haben wir die Bildkomposition an sich nicht weiter verändert. Allerdings haben wir etwas mehr ‘Unordnung’ geschaffen, um die Szene möglichst realistisch wirken zu lassen.

Über die Zeit haben wir für Making-Off Fotos ein für uns ganz wichtiges Element verinnerlicht: Auch für diese Aufnahme wird ein Set gebaut, genauso für die Inszenierung des finalen Gerichtes. Jedes Detail will genau platziert werden, jede Schale und jeder Krümel seinen angestammten Platz haben.

Die Zutaten sind fast fertig geschnitten - Das Öl in der Pfanne kann schon fast erhitzt werden.

Die Zutaten sind fast fertig geschnitten - Das Öl in der Pfanne kann schon fast erhitzt werden.

Schritt 3 - Das Anrichten – von der Pfanne auf den Teller

Die Zutaten wurden vorbereitet, die Soße fertiggekocht. An dieser Stelle folgt der nächste Schritt in der bildlichen Darstellung unseres Rezeptes: wir wollen die fertige Soße in Szene setzen und zusätzlich auch den Prozess des Anrichtens von Sauce und Spaghetti auf dem Teller festhalten.

Die Bolognese ist unsere Hauptperson – der „Hero“. Bei der Entstehung des ersten Bildes haben wir ein paar kleine Kniffe benutzt um das Bild möglichst ästhetisch zu gestalten. 1) Die Pfanne, in der die Soße auf dem Foto präsentiert wird, ist nicht dieselbe in der sie gekocht wurde. Die vom Kochen unsauberen Ränder hätten auf dem Bild einfach nicht schön ausgesehen. 2) Die Basilikumblätter auf der Soße schaffen einen farblichen Kontrast ohne den die Soße ansonsten sehr langweilig ausgesehen hätte. 3) Die Teller * bleiben sauber, Flecken durch die Soße vermeiden wir.

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Die Bolognese-Sauce und die Nudeln sind fertig gekocht.

Die Bolognese-Sauce und die Nudeln sind fertig gekocht.

Es kann serviert werden.

Es kann serviert werden.

Rezept

Jetzt wird es Zeit für das Rezept. Klassischerweise wird Bolognese mit Wein zubereitet. Wir haben für dieses Rezept den Wein mit Granatapfelsaft ersetzt und waren vom Geschmack begeistert. Beim Kauf des Saftes sollte man aber unbedingt darauf achten, dass der Saft nicht zu stark gezuckert ist, denn sonst wird die Soße sehr süß.

 Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachkochen!

Zutaten für 4 Personen

1 große Zwiebel, geschält, in kleine Würfel geschnitten

1 Knoblauchzehe, geschält, gepresst

3 Möhren, gewaschen, in kleine Würfel geschnitten

2 Stangen Staudensellerie, von den Fäden befreit, in kleine Würfel geschnitten

4 EL Olivenöl

500 g Hackfleisch vom Rind

1 Prise Zucker

1 gehäufter EL Tomatenmark

2 Lorbeerblätter

1 TL Oregano

½ TL Edelsüße Paprika

5 Stiele Thymian

Frisch gemahlener Pfeffer nach Belieben

1 Dose (850 g) geschälte Tomaten, grob zerkleinert, inkl. Saft

300 ml Granatapfelsaft

300 ml Rinderbrühe

Etwas Milch

Meersalz

600 g Spaghetti

Parmesan nach Belieben, frisch gerieben

 

Zubereitung

2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel und den Knoblauch hineingeben und andünsten bis die Zwiebeln glasig sind.

Die Möhren und den Sellerie hinzufügen und unter gelegentlichem Umrühren für etwa 10 Minuten anbraten. Danach aus dem Topf heben und in einem separaten Gefäß an die Seite stellen.

Das verbleibende Olivenöl in den Topf geben und ebenfalls erhitzen. Das Hackfleisch hinzugeben und bei starker Hitze anbraten. Dabei umrühren und leicht zerdrücken, so dass das Fleisch „krümelig“ wird. Nach etwa 2 Minuten das Tomatenmark hinzugeben. Gut umrühren. Das Fleisch so lange braten bis es gar ist und leichte Röstaromen entwickelt, das dauert etwa 15 Minuten. Am Ende eine Prise Zucker sowie das Gemüse, die Lorbeerblätter, Oregano, Thymian und Paprikapulver hinzugeben und gut vermengen.

Die grob zerstückelten Tomaten samt der Flüssigkeit sowie den Granatapfelsaft in den Topf geben und alles unter Rühren so lange schmoren lassen, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Die Brühe dazugießen und die Bolognese ab jetzt etwa 2 Stunden bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren, damit die Sauce nicht anbrennt. Wenn die Flüssigkeit mit der Zeit einkocht, immer ein wenig Rinderbrühe oder ggf. Auch noch weiteren Granatapfelsaft hinzugeben, solange bis sich eine schöne sämige Konsistenz und dunkle rote Farbe gebildet hat.

Am Schluss die Thymianzweige und Lorbeerblätter herausnehmen. Evtl. noch einen Schuss Milch zu der Bolognese Sauce hinzugeben. Alles noch einmal gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spaghetti in Salzwasser bissfest kochen. Zum Schluss die Spaghetti mit der Bolognese Sauce auf Tellern anrichten, mit Parmesan bestreuen und genießen.

Das letzte i-Tüpfelchen ist frisch geriebener Parmesan. Lasst es euch schmecken!

Das letzte i-Tüpfelchen ist frisch geriebener Parmesan. Lasst es euch schmecken!