Equipment für die Food Fotografie (Teil 2) - Mehr Flexibilität mit Tageslichtlampe & Co.

Die dunkle Jahreszeit kann für die Food Fotografie eine große Herausforderung sein. Die Tage sind kurz und oft auch insgesamt wahnsinnig dunkel. Will man schöne Food Fotos machen, dann braucht man im Winter eine gute Portion Glück - oder viel Zeit und Geduld, denn das Zeitfenster, in dem das Tageslicht ausreichend ist, ist relativ kurz.

Wir wurden in der letzten Zeit ganz oft gefragt, was wir im Winter in Punkto Licht machen. Tatsächlich lieben wir es, mit natürlichem Licht zu fotografieren, und lassen uns immer wieder gerne vom Spiel von Licht und Schatten überraschen, doch im Winter benutzen wir häufig eine Tageslichtlampe, da sie uns einfach viel mehr zeitliche Flexibilität gibt und wir eigentlich zu jeder Tageszeit fotografieren können.

Neben der Tageslichtlampe gibt es noch ein paar weitere Tools, die mit der Zeit einen festen Platz in unserer Fotoausrüstung gefunden haben und die wir mittlerweile nicht mehr missen möchten.

In diesem Artikel lest ihr über:

1) die künstliche Lichtquelle, die wir nutzen – und warum sie einem wahnsinnig viel Flexibilität gibt

UND

2) kleine Hilfsmittel, die wir nicht mehr missen möchten, wie Fernauslöser, Diffusor, Abschatter und Reflektor.

In den weiteren Teilen zum Thema Equipment lest ihr mehr zum Thema Datenspeicherung, Kamera und Objektiv.

1) Künstliche Lichtquelle – Mit Tageslichtlampe auch im Winter zu jeder Tageszeit fotografieren können

Die Frage, die uns in den letzten Wochen am häufigsten gestellt wurde, war mit Abstand die, welche künstliche Lichtquelle wir benutzen. Der Grund ist offensichtlich: wir alle haben im Winter mit kurzen und dunklen Tagen zu kämpfen. Fotografieren ist tagsüber nur in einem sehr kleinen Zeitfenster möglich, und wenn man tagsüber arbeitet, dann hat man eigentlich keine Chance, schöne Fotos zu machen. Es sei dann, man greift auf eine künstliche Lichtquelle zurück.

Hättet ihr gedacht, dass das Bild mit einer künstlichen Lichtquelle entstanden ist? Zu Anfang unserer Food Fotografie haben wir eine simple rechteckige Tageslichtlampe mit Softbox verwendet. Aktuell nutzen wir eine Tageslichtlampe mit Octabox von Falcon Eyes *, die sich in unterschiedlichen Abstufungen einschalten lässt. Sie ist gut zu montieren (zur Not gibt es auch einige Youtube Clips, die einem beim Aufbau helfen), allerdings kam sie bei uns ohne Ständer. Wir konnten den Ständer unserer alten Tageslichtlampe verwenden. Hat man aber nicht noch einen alten Ständer zu Hause muss man also daran denken, sich evtl. zusätzlich einen Ständer mitzubestellen.

Unser Tipp: Die internationale Norm für Tageslicht liegt bei 5500 Kelvin. Dies ist ein guter Referenzwert für die Farbtemperatur eurer künstlichen Lichtquelle. Tageslichtlampen gibt es schon sehr preisgünstig. Überlegt euch, was euer Modell können sollte und wie viel ihr ausgeben wollt.

Das Bild ist unter Nutzung einer künstlichen Lichtquelle entstanden. Die Tageslichtlampe befand sich linkerhand von unserem Set, genau an der Stelle, wo sich sonst unsere natürliche Lichtquelle, also unser Fenster, befindet.

Das Bild ist unter Nutzung einer künstlichen Lichtquelle entstanden. Die Tageslichtlampe befand sich linkerhand von unserem Set, genau an der Stelle, wo sich sonst unsere natürliche Lichtquelle, also unser Fenster, befindet.

2) Der Fernauslöser - wenn man sein eigenes Modell sein möchte

Wir lieben Bilder mit menschlichem Element. Sei es eine ganze Person im Bild, oder auch nur die Hände, das menschliche Element verleiht einem Bild Nähe und Wärme. Allerdings ist die Umsetzung dessen manchmal gar nicht so einfach, denn wenn ich vor der Kamera bin, kann ich schwer auch gleichzeitig hinter der Kamera sein. Es sei denn, man hat einen Fernauslöser zur Hand.

Bei der Entstehung unserer Fotos ist meist nur einer der beiden Schwestern vor Ort. Was haben also die beiden Bilder gemeinsam? Fotografin und Modell waren ein und dieselbe Person. Dies funktioniert wunderbar mit dem Fernauslöser *. Er ist ein ganz kleines, kostengünstiges Teil unseres Foto Equipments, aber super praktisch. Da das Foto zeitversetzt ausgelöst wird, hat man immer noch genug Zeit, um sich selber ‘in Position’ zu bringen.

Unser Tipp: Wenn ihr mehr Flexibilität haben und nicht immer auf eine helfende Hand angewiesen sein wollt, dann kann der Fernauslöser die Lösung sein. So könnt ihr Fotograf und Modell in einem sein.

Erbsensuppe
Erbsensuppe

3) Diffusor, Reflektor und Abschatter – das Licht für seine Zwecke manipulieren

Das Thema Licht ist essentiell in der Food Fotografie. Ein Food Foto mit dem WOW Faktor lebt von dem richtigen Einsatz des Lichtes. Was aber tun, wenn ich fotografieren möchte, und das Licht gar nicht so ist, wie ich es gerne hätte? Natürlich kann ich warten, bis es irgendwann doch so ist, wie ich es mir vorstelle. Oder aber ich manipuliere das Licht einfach auf eine Art und Weise, dass es genau meinen Vorstellungen entspricht. Und dabei helfen einem insbesondere drei Dinge: der Diffusor, der Reflektor und der Abschatter.

A) Der Diffusor – wenn die Sonne ungehindert vom Himmel scheint

Wer kennt diese Situation nicht: Gerade war noch eine Wolke vor der Sonne doch auf einmal ist die Wolke weg und die Sonne scheint mit voller Kraft vom Himmel. Je nachdem, welchen Look man erreichen möchte, kann es nötig werden, dieses direkte Sonnenlicht zu modifizieren. An dieser Stelle kann ein Diffusor wahnsinnig nützlich sein. Mit einem Diffusor lässt sich hartes, also direktes Sonnenlicht, in weiches Licht verwandeln. Die harten Schatten, die bei direktem Sonnenlicht entstehen, werden abgemildert. Diffusoren * gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie werden zwischen eurem Food Modell und der Lichtquelle platziert und mildern so den direkten Lichteinfall ab. ⠀

Unser Tipp: Wer nicht gleich einen Diffusor kaufen möchte, der kann sich auch anders behelfen, denn es eignen sich auch andere Materialien als Diffusor, Hauptsache, das Material ist farbneutral und lichtdurchlässig.

Für diese Bild haben wir einen Diffusor verwendet. Die Schatten sind weich, das Licht ist gleichmäßig verteilt.

Für diese Bild haben wir einen Diffusor verwendet. Die Schatten sind weich, das Licht ist gleichmäßig verteilt.

Für dieses Bild haben wir hartes Licht und die dabei entstehenden Schatten bewusst als Stilmittel eingesetzt.

Für dieses Bild haben wir hartes Licht und die dabei entstehenden Schatten bewusst als Stilmittel eingesetzt.

B) Reflektor und Abschatter

Zwei weitere Hilfsmittel, mit denen sich das Licht manipulieren lässt, sind der Reflektor und der Abschatter.

Die Aufgabe eines Reflektors * ist es, das Licht auf das Food Modell zurück zu reflektieren. Er wird meist gegenüber von der Lichtquelle aufgestellt, das Licht fällt somit auf den Reflektor und von ihm zurück auf die Szene. Schatten werden auf diese Weise abgemildert und die Szene wird insgesamt aufgehellt.

Ein Abschatter macht genau das Gegenteil. Er verschluckt das Licht, verstärkt die Schatten und macht die Szene insgesamt etwas dunkler. Als Abschatter * kann einfach ein Stück schwarze Pappe oder schwarz angemaltes Styropor dienen.

Unser Tipp: Super praktisch und gleichzeitig kostengünstig ist der 5 in 1 Faltreflektor *. Dieser kommt mit verschieden farbigen Einsätzen, gold, silber, weiß und schwarz sowie mit Diffusoreinsatz.


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Spargel

Links vom Spargel wurde ein Abschatter verwendet. Er ‘schluckt’ das Licht, verstärkt die Schatten und ist somit das ideale Hilfsmittel, wenn man einen dunklen, ‘moody’ Look erzielen möchte.