Interview mit Saskia van Deelen von Dee's Küche

Saskia van Deelen ist das Gesicht hinter dem Foodblog Dee’s Küche – Einfach gut essen. Nach ihrem beeindruckenden Start als Foodbloggerin in 2016, der im selben Jahr mit einem dritten Platz bei den Food Blog Awards von Burda Home belohnt wurde, ist sie nun auch Kochbuchautorin. Gemeinsam mit Julia Cawley und Vera Schäper (Designbüro Vrej) hat Saskia am 16.September 2018 das Buch HELLO SNOW herausgebracht. Mit magischen Winterbildern und Winterrezepten für die Seele, hat HELLO SNOW zumindest unsere Vorfreude auf die kalte Jahreszeit geweckt!

Foto: Saskia van Deelen / Dee’s Küche

Foto: Saskia van Deelen / Dee’s Küche

Wir hatten das Glück Saskia als eine der drei Autorinnen interviewen zu dürfen. Alles zu dem Leben als Full-Time Foodbloggerin, Kochbuchautorin und Familienmensch erfahrt ihr im Interview. Viel Spaß!

Saskia, du hast im September 2018 dein erstes Buch veröffentlich. Welche Emotionen gingen in dir vor, als du dein erstes eigenes Buch – also auch mit deinem Namen auf dem Cover - gedruckt in den Händen gehalten hast?

Hat sich toll angefühlt! Wirklich einfach toll!

Hello Snow war tatsächlich das erste eigene Buch, bei dem auch mein Name auf dem Cover steht. Bislang habe ich nur für Auftragsproduktionen im Foodstyling gearbeitet. Jetzt den eigenen Namen auf dem Cover zu sehen, war noch einmal etwas ganz anderes!

Das Buch ist zusammen im Team mit Julia und Vera entstanden. Julia hat die wunderschönen Fotos gemacht und Vera hat das Buch als Grafikdesignerin gestaltet. Ich habe nach passenden Rezepten gesucht, gekocht, gebacken und final das Foodstyling gemacht. Wir hatten alle drei einen enorm hohen Anspruch an die Qualität der Bilder, die Gestaltung und natürlich an die Rezepte.

Nach so viel Arbeit und Energie, die in der Vorbereitung von so einem Kochbuch steckt, haben wir uns einfach riesig gefreut, als wir es wirklich gedruckt in den Händen hielten.

Foto: Saskia van Deelen / Dee’s Küche

Foto: Saskia van Deelen / Dee’s Küche

Mit HELLO SNOW habt ihr in der Tat ein wunderschönes Winterkochbuch geschaffen! Die Bilder sehen fantastisch aus und es hilft einem tatsächlich, sich auch auf die kalte Jahreszeit zu freuen! Wie kam es denn zu der Idee zu diesem Buch?

Die Idee zu einem eigenen Buchprojekt ist ursprünglich zwischen Vera und Julia entstanden. Als ich Julia während einer anderen Auftragsproduktion kennengelernt habe, ist das passiert, was halt so passiert, wenn man Ideen austauscht. Eine Idee ergibt die andere und irgendwann standen wir dann bei mir in der Küche und haben nach viel konzeptioneller Arbeit im Vorfeld– inkl. des Probekochens und der Rezeptentwicklung - das ganze umgesetzt.

Was waren die schönsten Momente im Entstehungsprozess?

Die ganze Produktion war durchweg schön! Teilweise hatten wir aber tatsächlich sehr lustige Momente. Julia war zu der Zeit schwanger, was etwas ganz Besonderes war.

Ach ja, und wenn jemand mitbekommen hätte, was wir alles durcheinander gegessen haben…! Während der Fotoproduktion haben wir natürlich alle Rezepte gekocht und auch noch einmal probegegessen. Das war wirklich teilweise schon sehr viel Durcheinander. (lacht)

Gab es denn auch Tiefschläge oder besondere Herausforderungen, die die Produktion von HELLO SNOW mit sich gebracht hat?

Gab es eigentlich gar nicht….War einfach nur gut und hat einfach die ganze Zeit Spaß gemacht…!

Eine Herausforderung war vielleicht der Einkaufszettel. Wir haben innerhalb von fünf Tagen 45 Rezepte gekocht und fotografiert. Damit das funktioniert und so ein Tag produktiv über die Bühne geht, müssen die Tage natürlich super gut geplant sein und es muss permanent etwas zum Fotografieren fertig gekocht sein – also auch eingekauft werden.

Das ist natürlich auch körperlich wahnsinnig anstrengend. Unsere Tage haben um 6 Uhr mit Einkaufen und Vorbereitung der ersten Gerichte begonnen und haben abends um 10 Uhr mit dem Einkaufen für den nächsten Tag aufgehört.

Kannst du uns noch ein paar Einblicke in die Vorbereitung der Rezepte für HELLO SNOW erzählen und wie du vorgegangen bist?

Klar! Bevor wir unsere Fotosession hatten, habe ich jedes Rezept natürlich bereits probegekocht und  Familie und Freunden haben probegegessen. Da wurde das ein oder andere auch schon mal verworfen und es musste neu überlegt werden. Ganz wichtig waren hierbei immer die Mengenangaben und natürlich habe ich zu jedem Rezept die Zeit gestoppt. Während des Fotoshootings, habe ich die Rezepte dann noch einmal gekocht, nochmal sehr genau auf die Mengenangaben und die Zeiten geachtet. Danach ging alles ins Lektorat. Von dort kamen natürlich auch noch einmal Rückfragen. In Summe muss man sehr genau arbeiten, damit der Leser es wirklich genauso nachkochen kann.

Was hat sich für dich und vielleicht auch deinen Blog verändert, seitdem das Buch veröffentlicht wurde – hat sich überhaupt irgendetwas verändert?

(überlegt) Nein,….es gab keine Veränderung oder Ausschlag in irgendeiner Form. Weder besonders positiv noch besonders negativ. Das Buch war eine absolute Herzensangelegenheit, mit der wir uns einen großen Traum erfüllen konnten. Die Buchparty dazu war sehr schön und wir haben uns über jeden gefreut, der kommen konnte. Große Veränderungen gab es aber nicht.

Foto: Saskia van Deelen / Dee’s Küche

Foto: Saskia van Deelen / Dee’s Küche

Wie vereinbarst du in deinem Beruf als Bloggerin „Online“ – also vor allem auch Social Media – mit deinem Privatleben – also Freunden und Familie?

Ich bin tatsächlich nicht immer Online. Bzw. ich bin eigentlich hauptsächlich für meine Familie Online. Sogar meine Mutter nutzt mit knapp 80 die digitalen Kommunikationskanäle. Das, was ich mache, tue ich, weil es mir Spaß macht. Mir macht es Spaß, wenn ich auf Instagram Kommentare bekommen und ich sie beantworten kann. Der Content, den ich auf Instagram poste, muss mir gefallen. Wenn ich dann einmal 2 Wochen nichts mache, empfinde ich das nicht als schlimm, Hauptsache die Inhalte – also die Fotos – sind qualitativ sehr gut.

Für den Job als Bloggerin bespiele ich die Kanäle Facebook, Instagram und Pinterest. Wobei Facebook eigentlich für meine Zwecke kaum noch eine Rolle spielt. Kunden werden eher über Instagram auf mich aufmerksam.

Alles hat mit dem Bloggen angefangen aber mittlerweile ist nicht das Bloggen ein Fulltime Job, sondern das, was daraus entstanden ist. Ich schreibe im Auftrag Rezepte, werde für Foodstylings gebucht und mache Fotos für Kunden.

Bevor du deinen Blogg „Dee’s Küche“ gestartet hast, hast du lange in einem Verlag gearbeitet und warst mit einem Laden für Kindereinrichtung selbstständig. Du hast schon viel gemacht und erlebt. Wie wichtig war deine Lebenserfahrung für den Erfolg der letzten zwei Jahre?

Aus der Zeit im Verlag habe ich ehrlicherweise gar nichts mitgenommen. Meine Verlagszeit ist so lange her und die Welt hat sich so stark gewandelt… Damals gab es die ganzen Onlinekanäle noch gar nicht oder sie wurden noch nicht so eingesetzt. Die Fähigkeiten, die ich heute für das Bloggen brauche, habe ich mir alle nachträglich selbst erarbeitet. Da konnte mir auch keiner groß bei helfen.

Foodblogs fand ich aber schon immer toll und das hat es sicherlich ein klein wenig einfacher gemacht.

Was würdest du „jungen“ bzw. Nachwuchs-Bloggern raten?

Eigentlich finde ich es einfach nur verrückt, was sich ergibt, wenn man sich Zeit nimmt. Mein Blog ist aus einem Sabbatical heraus entstanden. Das wichtigste ist tatsächlich, dass es nie zu spät ist, etwas Neues anzufangen und neue Dinge zu lernen.

Was ich auch gelernt habe, ist, dass man als Blogger einen langen Atem braucht. Zugeflogen kommt nichts und man muss sehr viel Arbeit investieren, um die Sache ans Laufen zu bekommen. Bloggen nimmt jede Menge Zeit in Anspruch. Das schafft man kaum nebenbei. Man braucht Durchhaltevermögen, um die ganze Sache aufzuziehen.

Mein Blog Dee’s Küche ist ja durch einen Anstoß meines Sohnes entstanden. Eigentlich habe ich lange nur für meine Kinder und auch deren Freunde gebloggt, damit sie auch im Studium leckere und einfache Rezepte haben.

Wenn ich heute einen Blog starten würde und es mir nicht um die Idee von damals ginge, würde ich mir ganz bewusst eine Nische aussuchen, um eine Chance zu haben hervorzustechen. Umso kleiner die Nische umso besser. Und natürlich gehört dazu, sich ganz genau zu überlegen, was der Mehrwert und auch die Zielgruppe des Blogs sind.

Was waren denn für dich die wichtigsten Pfeiler, um das neue Handwerkszeug zu lernen?

Ganz klar You Tube.

Und auch Bloggerevents wie „Die Blogst“, auf der es tolle Vorträge gibt.

Zum Abschluss würde uns noch brennend interessieren, wo die Reise mit Dee’s Küche noch hingehen soll?

(überlegt)…

Ich bin gerade sehr glücklich mit meinem Leben…etwas Neues werde ich, glaube ich, nicht mehr anfangen.

Das Buchprojekt hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen und ein neues ist in Planung. Eigentlich würde ich mich jetzt gerne wieder mehr um meinen Blog kümmern. Einige Gerichte aus der Anfangszeit würde ich gerne noch einmal neu fotografieren, damit sie zu meinem aktuellen Stil passen. Vielleicht verändere ich auch die Struktur ein wenig.


Liebe Saskia, wir danken dir sehr herzlich für dieses spannende und aufrichtige Interview. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht dich kennenzulernen! Wir wünschen dir alles Gute und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Danke auch an euch! Das wünsche ich euch auch!!!