Propstylistin Lotte Pilz von der Bauer Media Group im Interview

Lotte Pilz hat das zum Beruf gemacht, was fast alle, die ein Herz für die Food Fotografie haben, jedes Mal aufs Neue begeistert: das Prop Styling. Lotte ist professionelle Prop Stylistin beim „House of Food“ der Bauer Media Group in Hamburg. Während eine Ausbildung zum Schauwerbegestalter normalerweise als gute Grundlage für den Beruf des Prop Stylisten gilt, hat Lotte einen klassischen Quereinstieg hingelegt. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften kombiniert mit Spanisch, hat Lotte ein Praktikum beim Film in der Ausstattung absolviert. Dies hat ihr so gut gefallen, dass sie danach mehrere Jahre beim Film geblieben ist, wo sie in Teams an Ausstattung und Szenenbild gearbeitet hat. Vor rund einem halben Jahr hat sie der Zufall zum Bauer Media Group gebracht, wo sie seitdem ganz eng mit Food Fotografen und Food Stylisten an den perfekten Food Fotos arbeitet.

Wir hatten das Glück, Lotte zu ihrem Werdegang und ihrem Alltag als professionelle Prop Stylistin interviewen zu dürfen. Mehr dazu lest ihr jetzt! Viel Spaß!

Lotte, kannst du uns ein bisschen was über dein Arbeitsumfeld erzählen? Mit welcher Art Kunden arbeitest du normalerweise zusammen?

Das kann man pauschal gar nicht sagen. Unsere Kunden sind genau so unterschiedlich und individuell wie unser Leistungsspektrum. Wir bedienen also Kunden die vom perfekten Food Foto über Events bis hin zu aufwändigen Video-Produktionen Bedürfnisse haben.

Als Prop Stylistin bist du für die Gestaltung der Food Fotos ganz verschiedener Food Zeitschriften verantwortlich. Ist es schwer sich auf den Stil der unterschiedlichen Hefte einzustellen?

Am Anfang auf jeden Fall, da haben mir meine Kollegen sehr geholfen. Es braucht schon etwas Übung. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich jedoch daran, welche Zeitschrift welchen Stil erfordert. Und man bekommt ein Auge dafür, Props zu variieren.

Lotte, wie würdest du deine typische Woche als Prop Stylistin bei Bauer Media beschreiben? Wie wichtig sind z.B. das Planen und die konzeptionelle Arbeit?

Generell gibt es zwischen den einzelnen Aufgaben eine wirklich gute Mischung. Es ist definitiv kein klassischer Bürojob. Meist fängt eine typische Woche am Montag und Dienstag mit Vorbereitungen an. Mittwoch und Donnerstag gehen wir dann ans Set und setzen die Projekte um. Zwischendurch recherchiere ich nach neuen Trends, suche Requisiten und mache Vorbestellungen.

Lotte im Einsatz bei einem Bloggerevent des “House of Food” der Bauer Media Group

Lotte im Einsatz bei einem Bloggerevent des “House of Food” der Bauer Media Group

Wie würdest du das Zusammenspiel mit den anderen Beteiligten am Set beschreiben?

Generell arbeiten alle Beteiligten relativ eng zusammen, schließlich ist man den ganzen Tag zusammen im Studio. Als aller erstes bereitet der Props Stylist das Set vor. Meist ist es so, dass sich der Fotograf vorher das Set anguckt, er setzt das Licht und schaut, aus welcher Perspektive am besten fotografiert werden sollte: ob aus der Essperspektive oder ob z.B. besser ein Top Shot gemacht wird. Auch wird geguckt, welcher Stil für welche Zeitschrift erforderlich ist, denn manche Stilmittel sind für einige Hefte zu modern, z.B. Unschärfe kann nicht in allen Zeitschriften verwendet werden.

Haben der Prop Stylist und der Fotograf soweit alles vorbereitet, kommt der Food Stylist mit dem Essen und richtet es am Set auf den Tellern an.

Die Arbeit am Set ist ein richtiges Gemeinschaftsprojekt und Vorschläge aller Beteiligten sind immer sehr willkommen. Häufig sieht ein weiteres paar Augen Dinge, die man selbst gar nicht mehr wahrgenommen hat.


Was ist für dich wichtig bei der Zusammenarbeit mit den Kunden? Was sind typische Herausforderungen, mit denen du so zu kämpfen hast?

Das Wichtigste ist die Kommunikation: Wo liegen die Needs, was möchte der Kunde mit dem Foto erzählen, wen möchte er ansprechen. Richtige Herausforderungen gibt es nicht, wenn ich gut zuhöre. Wenn Kunden mit uns das erste Mal zusammenarbeiten, ist es unsere Aufgabe, beratend an ihrer Seite zu stehen.


Was würdest du Bloggern raten, die im Umfeld des Prop Styling Fuß fassen und vor allem auch damit ihren Lebensunterhalt verdienen möchten?

Ich würde sagen, dass eine Ausbildung als Schauwerbegestalter auf jeden Fall eine gute Grundlage ist. Einige meiner Kollegen haben eine solche Ausbildung gemacht. Auch ein Praktikum beim Film und in der Werbung kann helfen, um ein wenig Erfahrung zu sammeln.

Es kann auch hilfreich sein, eine Zeitlang im Bereich Interior zu arbeiten, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, was gut aussieht und welche Formen und Farben gut miteinander harmonieren.

Bei Bewerbungen kann dann nach einem Booklet mit bisherigen Arbeiten gefragt werden. Ein wenig Erfahrung im Vorfeld ist definitiv nicht schlecht, denn es kann sein, dass man beim Probearbeiten gebeten wird, ein Set aufzubauen.


Das Jahr neigt sich dem Ende, 2019 steht vor der Tür. Gibt es besondere Trends im Bereich Prop Styling? Wohin geht die Reise im neuen Jahr?

Ich würde sagen, dass einige aktuelle Trends bestehen bleiben, wie zum Beispiel Tongeschirr und der skandinavische Stil. Auch bleiben helle Naturtöne, natürliche Materialien und Farben im Trend. Und folkloristische Muster kommen verstärkt.

Wie bewertest du als professionelle Prop Stylistin die Rolle von Social Media, Bloggern und Co.?

Ich bin der Meinung, dass da gerade eine wahnsinnig große Entwicklung ist, die total spannend ist und ganz neue Jobs mit sich bringt. Social Media ist eine riesige Inspiration, weil dort ganz viele neue Ideen entstehen und gleich gezeigt werden können. Ich denke nicht, dass Social Media Konkurrenz für herkömmliche Medien ist, stattdessen kann man eher ganz viel voneinander abschauen und zusammenarbeiten.

Was hast du noch vor, wohin soll die Reise gehen? Was würde dich im Umfeld Propstyling noch reizen?

Von meinem aktuellen Standpunkt aus würde ich sagen, dass ich mit dem Bereich, in dem ich im Moment unterwegs bin, absolut zufrieden bin. Gerade kann ich mir tatsächlich keinen anderen Bereich vorstellen, in dem ich lieber arbeiten würde. Das einzige, was mich aktuell vielleicht noch reizen würde, ist das Ausland. Zu sehen, wie andere Länder die Dinge angehen, reizt mich schon - besonders Australien.

Liebe Lotte, wir danken dir herzlichst für das Gespräch und die Zeit, die du dir genommen hast! Wir wünschen dir alles erdenklich Gute für die Zukunft!

 

HOUSE OF FOOD ist das Food Netzwerk der Bauer Media Group. Es bringt Marken und die richtigen Zielgruppen an einen Tisch. Crossmedialer Content, Video- und Fotoproduktionen, Markeninszenierung durch Events und Influencer-Kampagnen – all das und noch viel mehr ist im House of Food möglich.

PS: Mehr zum Thema Props findest du hier!